Wir sind nicht allein - wir feiern Gottesdienst zu Hause und doch im Glauben verbunden

Nachricht 28. März 2020

Empelde, Sonntag, 10.30 Uhr

Die Glocken läuten – wir zünden eine Kerze an und halten inne

Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Gebet

Ich bin hier vor dir, Gott.
Allein – und doch sind wir versammelt. An unterschiedlichen Orten. Zur gleichen Zeit. Im Glauben.

So feiern wir in Gottes Namen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied EG 361,1 (lesen oder singen)
Befiehl du deine Wege und was das Herze kränkt der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Psalm 139 in Auswahl

HERR, du erforschest mich und kennest mich.

2 Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege.

4 Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht alles wüsstest.

5 Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.

6 Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. 8 Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer,

10 so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten.

17 Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!

18 Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir. Amen
(Luther 2017)

Stille…

Evtl. Andacht  (letzte Seite)

Lied: EG 361,2 Dem Herren musst du trauen, wenn dir´s soll wohl ergehn, auf sein Werk musst du schauen, wenn dein Werk soll bestehn. Mit Sorgen und mit Grämen und mit selbsteigner Pein lässt Gott sich gar nichts nehmen, es muss erbeten sein.

Fürbitten

Gott.
Wir sind verbunden.
Als Menschen mit Menschen.
Als Glaubende miteinander.
Als Glaubende und Menschen mit Dir.

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unseren Dank und unsere Sorgen.

Stille.

Wir denken an alle, die wir lieben.
Was tun sie gerade..

Stille.

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.
Wir denken an alle Kranken und Schwachen, die keinen Besuch haben können.

Stille.

Wir denken an alle, die helfen, Mediziner, Pflegende, Rettungskräfte...
Sie setzen sich, ihre Kraft und ihre Gaben füreinander ein.
Wir denken an alle, die Verantwortung tragen in Politik und Wirtschaft, für das Wohl und die Gesundheit für alle.
Sei bei ihnen mit deiner Geistkraft.

Stille.

Gott.
Wir gehören zu dir und wir sind miteinander verbunden.
Wir leben in einer wunderbaren Welt, die du uns geschenkt hast.
Und doch gibt es schlimme Zeiten.
Bei allem, was uns zurzeit bedrückt und belastet: schenke uns deine Geistkraft, die uns beisteht, wo immer wir sind, was immer auch geschieht.

So beten wir zu dir mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat:

Vaterunser

Vaterunser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.
Amen

Lied EG 361,6 Hoff, o du arme Seele, hoff und sei unverzagt! Gott wird dich aus der Höhle, da dich der Kummer plagt mit großen Gnaden rücken; erwarte nur die Zeit, so wirst du schon erblicken die Sonn der schönsten Freud.
(Liedtext:  Paul Gerhard, 1653)

Segen

Gott segne uns und behüte uns.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden.
Amen

 

Stille…

Kerze löschen

(nach einem Entwurf „Gottesdienst zeitgleich“ – Michaeliskloster Hildesheim)

Andacht

Ein winziges Teilchen bringt die ganze Welt aus den Fugen. Das unsichtbare Teilchen heißt „Coronavirus“ und führt zu einer weltweiten, schweren Notlage. Das kann man nicht anders sagen. Alle Ausmaße können wir heute noch längst nicht richtig einschätzen.

Bis vor wenigen Wochen war es unvorstellbar, dass ganze Regionen, Städte und Länder geschlossen werden, dass kein Sport mehr stattfindet und Kindergärten, Schulen, Universitäten, Kirchen und Lokale schließen müssen. Arbeitsaufträge gehen zurück; Bestellungen werden nicht ausgeliefert oder nicht mehr angefertigt; viele Betriebe sind schon geschlossen. Die Frage nach einem Sommerurlaub wird sich für viele in diesen Wochen womöglich auch erledigen. 

Alles zusammengenommen kommt es zu hohen wirtschaftlichen Schäden; von den Ängsten der Menschenseelen ganz zu schweigen. Es ist eine Heimsuchung; und zwar eine für die ganze Welt.

Jetzt spüren wir, wie sehr wir zusammengehören, wie sehr wir miteinander verwoben sind – und zwar alle: China und Italien, Deutschland und der Iran, Australien und Frankreich. Wir sind tatsächlich eine Welt. Kein Land alleine kann „sein Ding“ machen, wie man so sagt. Wir sind alle so vielfach verbunden, wie es manchen zwar schon immer klar war, wie wir es aber so wohl noch nie zuvor zu spüren bekommen haben.

Beinahe stündlich hören wir neue Nachrichten von der Anfälligkeit der Welt. Jeden Tag sagen uns Ärzte und Politikerinnen, wie wir uns zu verhalten haben, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Das macht einerseits vielen Menschen große Sorgen, jeden Tag neu oder wieder. Andererseits kann es aber auch ein klein wenig Hoffnung machen, wenn man dies Wort überhaupt benutzen darf. Selbstverständlich dürfen wir nichts schön reden. Aber ein winziger Hoffnungsschimmer ist doch zu erkennen.

Würden alle Länder gemeinsam immer so denken und handeln, könnten wir vieles schaffen. Wir müssen keine Feinde sein, wir könnten gemeinsam kämpfen: gegen den Hunger in der Welt, gegen die weltweite Klimaerwärmung und für die vielen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben und fliehen müssen. Wenn Länder und

ihre Regierungen immer an das Wohl aller denken würden und nicht nur an sich selbst, könnten wir die größten Fragen lösen. Und zwar zügig.

Das ist mein Hoffnungsschimmer. Einzelne können zwar nur wenig dafür tun. Aber eins können wir tun. Wir können Gott jeden Tag und bei allen unseren Zusammenkünften, die noch sein dürfen, immer wieder für alle Verantwortlichen auf der Welt bitten (Psalm 43,3):

Sende dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie uns leiten.

(nach M.Becker)